Wird Zahlen per Kreditkarte billiger?

Mittwoch den 17.07.2013

Zahlen per Plastikgeld ist schnell und komfortabel, kostet aber diese oder jene Gebühr. Umso schöner klingt die heutige Meldung, dass die EU-Kommission eine Gebühren-Kappung plane. Laut „Financial Times“ erwäge die Kommission, die für die bargeldlosen Zahlungen fälligen Aufschläge für die Endkunden zu deckeln, und zwar sollen die Gebühren sowohl für Kredit- als auch für Debitkarten gesenkt werden. Dass die Entgelte für alle in Europa ausgegebenen Plastikkarten gegen das europäische Wettbewerbsrecht verstoßen, hatte die EU-Kommission schon im Jahr 2007 bemängelt. Denn dadurch steigen die Kosten für die Händler, welche sie den Endkunden weiter gaben.

Erinnert sei hier daran, dass die EU-Kommission in ihrer Rolle als Wettbewerbshüter vor Jahren sogar ein komplettes Verbot bestimmter Gebühren bei Kartenzahlungen erwogen hatte. So gesehen ist die derzeitige Gebührenanpassung eher eine sehr vorsichtige Begrenzung der Entgelte. Laut einem Bericht der „Financial Times“ diesbezüglich prüfe die EU-Kommission lediglich eine Deckelung der Gebühren nicht nur für Kreditkarten, sondern auch für alle anderen Bankkarten.

Doch wie bedacht nun die EU-Kommission bei der Senkung vorgehen will, verrät die Tatsache, dass besagte Deckelung zunächst nur für eine Übergangszeit von zwei Jahren gelten soll. Und außerdem betreffe diese Kappung nicht alle, sondern nur die grenzüberschreitenden Transaktionen. Eigenen Schätzungen der Kommission würde allein die Begrenzung der Gebühren für Zahlungen mit Debitkarten in der EU die Ausgaben der Endkunden auf knapp 2,5 Milliarden Euro sinken und diese damit halbieren.

Dem Bericht von „Financial Times“ zufolge sieht der aktuelle Entwurf der EU-Kommission eine Kappung auf 0,2 Prozent vom jeweiligen per Karte getätigten Umsatz vor. Derzeit sind diese Gebühren von Land zu Land sehr unterschiedlich. Dabei klaffen die Höhen der Gebühren innerhalb der EU extrem weit auseinander. So liegen sie zwischen nur 0,1 Prozent in Dänemark, bis hin zu im Schnitt bei 1,8 Prozent in Deutschland. Während Frankreich mit nur 0,5 Prozent zufrieden sei, verlange Polen schon satte 1,6 Prozent, um einige krasse Unterschiede zu nennen. Recht hat die EU-Kommission, eine Angleichung ist wirklich fällig.

Unklar ist, welche Kreditkarten Gebühren gesenkt werden sollen

Laut „Financial Times“ plant die EU-Kommission eine Begrenzung der Transaktionsgebühren, die den Endkunden zugutekommen würde. Dagegen vermutet Mastercard, dass es um die sogenannten Interbankenentgelte gehen würde, deren Deckelung den Endkunden schaden wird. Die Interbankenentgelte zahlen Händler an Banken, welche die Kreditkartenzahlungen deren Kunden abwickeln. Diese Banken reichen die Interbankenentgelte an Banken weiter, welche die Kreditkartenzahlungen der Endkunden verwalten. Senkungen besagter Entgelte werden die Banken mit anderen Gebühren ausgleichen, die den Kunden belasten werden.