Kreditkartenmissbrauch nimmt weiter ab

Dienstag den 16.07.2013

Der Kreditkartenmissbrauch nimmt weiter ab – binnen wenigen Jahren wurde die Sicherheit bei bargeldlosen Zahlungen mit Kreditkarten deutlich erhöht. Zurückzuführen ist dieses auf die Einführung der modernen EMV-Technologie. Die mit den EMV-Chips ausgestatteten Kreditkarten entsprechen der neuen EMV-Sicherheitstechnik. Damit sind sie gegenüber den mit Magnetstreifen versehenen Karten um das Mehrfache sicherer. Zumal dank der neuen Technologie das Kopieren der Daten so gut wie unmöglich ist. EMV steht für eine Sicherheit, die zum einen für mehr Vertrauen seitens der Kreditkarteninhaber sorgt. Darüber hinaus verdirbt diese die Freude der Datendiebe, sich mit gefälschten Karten auf Shoppingtouren zu begeben. Der EZB zufolge nimmt der Missbrauch der Kreditkarten seit 2007 kontinuierlich ab.

Kreditkartenmissbrauch stark gesunken

Den rückläufigen Trend des Missbrauchs von Kreditkarten und Debitkarten belegen die Zahlen, die Europas Währungshüter in ihrem jüngsten Bericht am heutigen Dienstag präsentiert haben. Dieser nennt als Vergleich den im Jahr 2011 durch betrügerischen Karteneinsatz errichteten Schaden, der bei insgesamt 1,16 Milliarden Euro gelegen habe. Dem Vorjahr (2010) gegenüber sei dieser schon um beachtliche 5,8 Prozent gesunken. Die durch die EZB vorgestellten Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf im Euroraum getätigten Kartenzahlungen, und zwar im Euro-Zahlungsraum Sepa (Single Euro Payments Area), zu dem derzeit 32 Länder gehören. Das sind die 27 EU-Mitglieder plus Liechtenstein, Monaco, Norwegen, Island und die Schweiz.

Betrügerisch sei im Schnitt nur eine unter 4000 Transaktionen. Am schlimmsten sei die Lage in Irland, mit mehr als eine betrügerische unter 1000 Transaktionen sei das kleine Land ein negativer „Spitzenreiter“. Bei in Frankreich, Großbritannien und Luxemburg ausgegebenen Karten sollen die höchsten Schäden durch betrügerischen Karteneinsatz entstanden sein. Dennoch ist das Fazit der Europäischen Zentralbank eher positiv und erfreulich: Datendiebe haben es im Euroraum mittlerweile echt schwer, fremde Kredit- und Debitkarten zu missbrauchen. Zu verdanken ist dieses der EMV-Technologie, welche laut der Notenbank durch zwei Hürden das Duplizieren der Karten erschwert: Datenverschlüsselung (wodurch die Kartenechtheit geprüft wird) und PIN-Eingabe.

Kreditkartenmissbrauch im Internet ist leider weiter gestiegen

Kartenzahlungen im Internet sind jedoch immer noch ein zu lösendes Problem. Angaben der EZB zufolge sei hier noch keine Verbesserung, sondern bedauerlicherweise eher eine Verschlechterung zu verzeichnen. In Zahlen: Außerhalb des Sepa-Raumes seien im Jahr 2011 erschreckende 78 Prozent aller betrügerischen Einsätze mit gestohlenen Kreditkartendaten passiert. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 seien es immerhin „nur“ 61 Prozent gewesen. Kartendaten und PIN bei Zahlungen für per Internet, per Mail oder telefonisch abgewickelte Geschäfte abzugreifen, ist bei nicht physisch vorhandenen Kreditkarten immer noch zu leicht. Die dadurch entstandenen Schäden seien wiederum von 648 Millionen Euro (2010) auf 655 Millionen Euro (2011) geklettert.